Deine Waschmaschine hat ein Energielabel. Dein KI-Chat nicht.
Wir fordern die Europäische Union auf, KI-Anbieter zu verpflichten, den Energieverbrauch jedes Chats anzuzeigen. In der App. Im Moment selbst.
heute Abend, bisher
Entspricht etwa
So könnte das aussehen:
Beispiel aus dem Chat
Fertig — hier ist ein 5-Sekunden-Clip, 1080×1920.
Gesprächsverbrauch
Beispiel:
Angenommen, jemand läuft einen Halbmarathon und sucht Sponsoren.
- Fünfzehn Fragen an den Chatbot: wie man Sponsoren anspricht, was ein realistisches Zielbudget ist, wie man eine Nachricht schreibt, die niemand wegwischt.
- Dann der Flyer. Drei Bilder, bevor eine Version gut genug ist.
- Und zum Schluss ein 5-Sekunden-Video für Instagram.
Quelle: MIT technologyreview.com
Das hat der Abend gekostet.
Diese Zahl war nirgends zu sehen. Nicht während der Arbeit, nicht danach. Sie stand nicht in der App, nicht in einer Einstellung, nicht in einer Monatsübersicht. Nirgends.
Niemand wusste, dass das Video am teuersten war. Niemand wusste, dass fünfzehn Fragen fast nichts kosten. Es gab keinen Grund, sich etwas dabei zu denken, denn es gab nichts zu sehen.
Wie viele Waschgänge hast du heute Abend gestartet?
Du weißt es nicht. Und das ist kein Zufall.
Die Zahlen oben stammen aus Messungen an offenen Modellen — Software, die Forschende selbst herunterladen und messen können.
Die Chatbots, die hunderte Millionen Menschen täglich nutzen, sind nicht offen. ChatGPT, Claude, Gemini und Grok veröffentlichen keine Zahlen. Nicht für Nutzer, nicht für Aufsichtsbehörden, nicht für Forschende.
MIT Technology Review fragte direkt bei OpenAI, Google und Microsoft nach. Alle drei verweigerten die Zahlen.
„Die Anbieter geschlossener KI-Modelle liefern eine komplette Blackbox.“
— Boris Gamazaychikov, Salesforce
„Wir sollten aufhören, Zahlen aus Gerüchten zurückzurechnen, und mehr Druck auf diese Unternehmen ausüben, die echten Zahlen zu teilen.“
— Sasha Luccioni, Hugging Face
Das Lawrence Berkeley National Laboratory, das im Auftrag des US-Energieministeriums den Strombedarf vorhersagt, kam zum selben Schluss: Es wird so wenig offengelegt, dass keine vernünftige Prognose möglich ist. Rechenzentren werden gebaut, ohne dass jemand berechnen kann, was sie das Stromnetz kosten werden.
Das ist kein technisches Problem. Die Unternehmen messen das intern bis auf die Kilowattstunde genau — sie müssen die Rechnung schließlich selbst zahlen. Sie veröffentlichen es nur nicht.
Das gab es schon einmal
In Europa gibt es seit mehr als dreißig Jahren ein Energielabel auf deinem Kühlschrank. Später kam es auf Waschmaschinen, Glühbirnen, Fernseher, Autos und Häuser. Auf dem Flugticket steht der CO₂-Ausstoß. Auf der Keksschachtel steht, was drin ist.
Das Argument war jedes Mal dasselbe: Wer etwas nutzt, darf wissen, was es kostet. Und jedes Mal stellte sich heraus, dass es möglich war.
Niemand findet es heute noch unvernünftig, dass auf einem Kühlschrank ein Label klebt.
Nur beim am schnellsten wachsenden Stromverbrauch weiß gerade niemand etwas.
Wir fordern die EU auf, KI-Anbieter zu verpflichten, den Energieverbrauch jedes Chats anzuzeigen.
Aufruf unterzeichnen4 Menschen waren vor dir da
Was wir fordern
Eine Sache, nicht mehr: den Verbrauch sichtbar machen, genau in dem Moment, in dem er entsteht.
- Den Verbrauch dieser Antwort und dieses Gesprächs, in Kilowattstunden
- Einen Vergleich, der etwas aussagt — Waschen, Fahren, Kühlschrank. Eine nackte Zahl hilft niemandem, wie sich oben gezeigt hat
- Woher der Strom kam: welcher Anteil erneuerbar war
- Standardmäßig aktiviert. Nicht in einem Einstellungsmenü versteckt
An wen: an die Anbieter selbst — OpenAI, Anthropic, Google, Meta und xAI — sowie an die Europäische Kommission und das Europäische Parlament, die die Regeln festlegen können. Dieser Aufruf läuft außerhalb eines formellen Petitionsverfahrens: Sein Gewicht kommt von Zahlen und Aufmerksamkeit, nicht von einem Verfahren.
Warum ein Gesetz und keine freundliche Bitte: Das wurde drei Jahre lang freiwillig versucht. Den AI Energy Score, ein Gütesiegel, mit dem Unternehmen ihre Modelle freiwillig bewerten lassen können, gibt es seit 2024. Fast kein großes Unternehmen macht mit. Solange niemand muss, macht es niemand, denn das erste Unternehmen, das sich öffnet, steht allein schlecht da.
Eine Pflicht nimmt diesen Nachteil weg. Alle gleichzeitig, oder keiner.
Unterstützt du das? Trag deinen Namen ein.
„Ja, aber …“
„Ist KI nicht nichts im Vergleich zu Fliegen oder der Fleischindustrie?“
Stimmt, heute noch. Rechenzentren verbrauchen aktuell 4,4% des gesamten Stroms in den USA. 2028 sollen es geschätzt 12% sein, mehr als die Hälfte davon für KI. Das ist der einzige Posten auf der Stromrechnung, der sich in vier Jahren verdreifacht. Genau deshalb ist jetzt der Moment, es messbar zu machen — und nicht erst, wenn es bereits passiert ist.
„Ändert eine Zahl im Bild wirklich, was Menschen tun?“
Vielleicht nicht sofort. Aber das Energielabel auf dem Kühlschrank veränderte vor allem das, was Hersteller bauten, nicht das, was Käufer wählten. Sichtbarkeit macht Vergleiche möglich, und Vergleiche machen Sparsamkeit lohnenswert. Aktuell gibt es keine Belohnung für ein effizientes Modell, weil niemand den Unterschied sieht.
„Das ist ein Betriebsgeheimnis, das schadet der Innovation.“
Es geht nicht darum, wie ein Modell funktioniert oder wie viele Parameter es hat. Nur darum, wie viel Strom durch den Zähler lief. Das ist kein Betriebsgeheimnis, das ist eine Rechnung. Autohersteller veröffentlichen ihren Verbrauch auch, ohne ihre Motoren offenzulegen.
Wer dahintersteht
Dieser Aufruf kommt von The AI Footprint Meter — einer unabhängigen Initiative von Menschen, die wollen, dass KI-Nutzung genauso messbar wird wie jeder andere Stromverbrauch.
- MIT Technology Review, Power Hungry: AI and our energy future, Mai 2025 — technologyreview.com
- Lawrence Berkeley National Laboratory, United States Data Center Energy Usage Report, Dezember 2024 — eta.lbl.gov
- ML.Energy-Leaderboard, Universität Michigan — ml.energy
- AI Energy Score, Hugging Face und Salesforce — huggingface.co
Alle Zahlen auf dieser Seite lassen sich nachrechnen. Stimmt etwas nicht? aifootprintmeter@proton.me
Was mit deiner Unterschrift passiert
- Jetzt — sammeln
Ziel: so viele Unterschriften wie möglich, sichtbar auf dieser Seite.
- Danach — die Unternehmen
Der Aufruf geht, mit allen Namen, an OpenAI, Anthropic, Google, Meta und xAI. Was sie antworten, wird auf dieser Seite veröffentlicht. Auch wenn sie nicht antworten.
- Fortlaufend — Presse und Zahlen
Ohne formelles Petitionsverfahren wirkt dieser Aufruf über Sichtbarkeit: Medien, andere Organisationen und wiederholter Druck auf die Anbieter.
- Fortlaufend — die Liste
Jedes Unternehmen, das dies einführt, steht hier.
Diese Seite wird aktualisiert. Wer unterschreibt, erfährt, was passiert.